Gründung
Am
1. Mai 1900, ein neues Jahrhundert hatte begonnen, von dem sich die Menschen
Frieden und Wohlstand in einem geeinigten Deutschen Reich erhofften, wurde in
Jameln die Freiwillige Feuerwehr gegründet.
Die
Anregung zu ihrer Gründung ging von Friedrich Soetbeer aus, der in seinem
Heimatort, Jürgenstorf im damaligen Kreis Bleckede, bereits begeisterter
Feuerwehrmann gewesen war und am 1. März 1900 in Jameln die Gastwirtschaft am Mühlenbach
übernommen hatte. Seine Idee wurde in Jameln begeistert aufgenommen. Im Gründungsprotokoll
vom 1. Mai 1900 heißt es unter anderem:
Nachdem durch Zirkular
festgestellt war, daß eine genügende Beteiligung zur Bildung einer
Freiwilligen Feuerwehr vorhanden war, und nachdem auch die Kameraden Gastwirt
Soetbeer, Häusling, Möller und Landbriefträger Weber in Quickborn und
Gastwirt C. Kraul, Musikus B. Kraul, Stellmacher W. Rieckens und Haussohn H.
Hennings in Woltersdorf sich nach den Verhältnissen der dortigen Freiwilligen
Feuerwehren erkundigt hatten, wurde heute abend im Gemeindevorsteher
Henning'schen Hause zur Bildung der freiwilligen Feuerwehr geschritten."
Die Gründer waren:
Musikus Bernhard Kraul, Abbauer Heinrich Maatsch, Abbauer Christoph Schultz, Häusling Heinrich Behrens, Schneider August Borchert, Stellmachermeister Wilhelm Rieckens, Häusling Christoph Möller, Häusling Heinrich Schulz, Häusling August Paarz, Hofbesitzer Heinrich Hennings, Abbauer Johann Borchert, Dienstknecht Otto Meinecke, Häusling Heinrich Labahn, Hofbesitzer und Gastwirt Friedrich Soetbeer, Tischlermeister Friedrich Schulze, Haussohn Heinrich Möller, Dienstknecht Heinrich Bothmer, Häusling Heinrich Krüger, Hofbesitzer Heinrich Tribiahn, Maurer Johann Dibbert, Hofbesitzer und Gastwirt Carl Kraul, Häusling Fritz Burmester.
Aus den vorgelegten Statuten der
Freiwilligen Feuerwehren Quickborn und Jürgenstorf wurde von der Wehr Quickborn
das Statut mit einigen Änderungen und das Dienstreglement unverändert übernommen.
Nach, vom "Königlichen Landrat zu Dannenberg" vorgeschlagenen Änderungen
fand das Statut dessen Genehmigung.
Es
wurden per Acclamation gewählt:
1) Musikus Bernhard Kraul als
Hauptmann,
2) Gastwirt Friedrich Soetbeer
als dessen Vertreter,
3) Schneider August Borchert zum
Obersteiger,
4) Häusling Christoph Möller
als Führer des 1. Spritzenzuges,
5) Stellmachermeister Wilhelm Rieckens als Führer des 2. Spritzenzuges.
Die ersten Jahre
An Geräten stand der Wehr zunächst
nur die von der Pflichtfeuerwehr übernommene einachsige Handdruckspritze zur
Verfügung, die 1896 von dem Dannenberger Kupferschmied Holtzendorff gebaut
worden war. Beim 50. Jubiläum am 30. April 1950 wurde diese Spritze noch zur
Schau gestellt und leider im folgenden Jahr wegen der Geldknappheit nach der Währungsreform
von 1948 für 100 DM an einen Schrotthändler verkauft.
Die Gemeinde Jameln stellte in
den beiden ersten Jahren 1.400 DM, einen für damalige Verhältnisse sehr hohen
Betrag, zur Verfügung. Hieraus wurden die Kosten für die Beschaffung von
Uniformjoppen aus grauem Lodenstoff, Helmen, Schläuchen, 4 Leitern und einer
neuen Spritze sowie für das 1901, von Zimmerer Heinemann in Breselenz, Maurer
Heuer in Breselenz und Maurer Dibbert in Jameln in Eichenfachwerk mit
Ziegelausmauerung und Hartdach, errichtete Spritzenhaus bestritten. Die Kosten für
Arbeitsjoppen trug jeder Feuerwehrmann selbst bis zur Erstattung in fünf
Jahren.
Unter Führung von Hauptmann
Bernhard Kraul entwickelte sich die Wehr schon nach kurzer Zeit zu einem
schlagkräftigen Instrument für den Brandschutz unseres Dorfes und der
Umgebung. Wie das alte Protokollbuch zeigt, wurde die Wehr häufig zu Bränden
mit der Handdruckspritze alarmiert, so in den ersten Jahren nach Breselenz,
Krummasel, Küsten, Breese im Bruche und noch einer Reihe anderer Gemeinden.
Die
Wehr leistete in den folgenden Jahren auf dem Gebiete des Feuerlöschwesens viel
segensreiche Arbeit zum Wohle der Bevölkerung und galt in Kreis stets als eine
der besten Feuerwehren. Waren auch in den ersten Jahrzehnten die Mittel zur
Feuerbekämpfung noch recht primitiv, so waren
doch die Erfolge beachtlich, bei denen oft bei Sturm und Regen in dunklen
Nächten oder bei eisiger Kalte und auf schneeverwehten Straßen und
unbefestigten Wegen große Entfernungen mit pferdengespannten Handdruckspritzen
zurückgelegt werden mussten.
Ein neuer Motor
Das Jahr 1934 war besonders bedeutsam für die Wehr. Am 21. Febr. 1934
legten der 1. Hauptmann Bernhard Kraul und sein Vertreter Wilhelm Rieckens ihre
Ehrenämter aus Altersgründen nieder. Der ausscheidende Hauptmann wurde wegen
seiner vorbildlichen Amtsführung in 34 Jahren zum Ehrenmitglied ernannt. Mit
ihm ging das Zeitalter der Pferdebespannten Wehr zu Ende.
Zum neuen Wehrführer wählte
die Wehr Franz Soetbeer (sen.), der das Amt 29 Jahre mit großem Idealismus ausübte.
Mit ihm begann das Zeitalter der Motorisierung.
Am 24. März 1934 fanden die
ersten Beratungen zur Anschaffung einer Motorspritze statt, zu einem Zeitpunkt
als noch nicht einmal die heutige Kreisstadt Lüchow über eine Motorspritze
verfügte. Im Herbst des gleichen Jahres wurde von August Graf Grote in Breese
im Bruche ein Brennabor-Automobil 9,7/45 PS gekauft, das nach Umbau als
Vorspann- und Mannschaftswagen diente. Am 31. Oktober 1934 nahm der Technische
Leiter des Provinzialfeuerwehrverbandes Hannover, Ing. Ewald, die von der
Gemeinde Jameln gekaufte Tragkraftspritze TS 6, Fabrikat MAGIRUS Modell
Goliath1A mit ILO-Motor einem Einachsanhänger, 10 m Saugschlauchen in 6 Langen
und 400 m Druckschläuchen ab. Die Motorisierung bedeutete für die Wehr einen
großen Fortschritt, da hierdurch die Möglichkeit gegeben war, in noch weiterem
Umfange Löschhilfe zu leisten. Am 28. 1. 1935 verfügten im damaligen Kreise
Dannenberg nur die 10 Wehren Billerbeck, Breese in der Marsch, Damnatz,
Dannenberg, Gartow, Hitzacker, Jameln, Karwitz, Wietzetze und Wustrow über je
eine Tragkraftspritze. Am 21. 3. 1935 kam Lüchow hinzu. Bis Kriegsbeginn waren
im Kreise nur 11 Tragkraftspritzen und das im Sommer 1939 beschaffte Löschgruppenfahrzeug
LF 15 in Lüchow vorhanden. Am 25. 4. 1942 erhielt die Wehr ein neues modernes
leichtes Löschgruppenfahrzeug LLG (LF mit TSA) des Fabrikats DAIMLER-BENZ zum
Preise von 12.000 RM. Bis 1945 waren im ganzen Kreise nur 8 dieser modernen
Fahrzeuge vorhanden. Dieses Fahrzeug leistete der Wehr bis 1964 gute Dienste.
Ein neuer Anfang
Nach dem totalen Zusammenbruch fanden sich die verbliebenen alten und die
aus dem Kriege zurückkehrenden mit den ganz jungen Kameraden zusammen, um die
Wehr wieder aufzubauen. Zum Glück war es im Gegensatz zu Breese in der Marsch,
Hitzacker, Karwitz und Wietzetze gelungen, das neue Löschfahrzeug vor den
Wirren des Zusammenbruchs in Sicherheit zu bringen. Es fehlte bis zur Währungsreform
an allem, seien es Schläuche, Kraftstoff, Uniformen usw. Mit der Währungsreform
1948 ging es auch mit der Ausrüstung wieder bergauf. Das Schlauchmaterial wurde
erneuert.
Die erste offizielle
Generalversammlung nach Kriegsende ist erst am 19. April 1947 protokolliert, in der Oberbrandmeister Franz Soetbeer
einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit der Wehr von 1942 bis 1946
gab. Am 3. Mai 1947 fand erstmals wieder ein Feuerwehrball statt. In der
Generalversammlung vom 15. November 1949 wurde nach den Vorschriften des neuen
Gesetzes über den Feuerschutz in Niedersachsen auf demokratischer Grundlage
Oberbrandmeister Franz Soetbeer einstimmig zum Gemeindebrandmeister gewählt und
ein Jahresdienstplan zur Kenntnis gebracht.
Eintritt in die zweite Jahrhunderthälfte
Am 1. Mai 1950 ging die, an Erinnerungen und Entwicklung reiche Wehr,
in die zweite Jahrhunderthälfte ihres Bestehens ein.
In Jameln gegründet
Am Kreisfeuerwehrtag in
Dannenberg, am 2. Sept. 1951, wurde ein Ausschuß zur Neubildung des 1934 aufgelösten
Kreisfeuerwehrverbandes gewählt, dem Brandmeister Alfred Braband von der Wehr
Jameln angehörte. Am 27. April 1952 wurde der Kreisfeuerwehrverband Lüchow-Dannenberg
in Jameln gegründet. Zum Vorsitzenden wurde Kreisbrandmeister Rudolf Hahlbohm,
Lanze, und aus unserer Wehr Alfred Braband mit in den Vorstand gewählt, dem er
als Hauptbrandmeister und Stellvertreter des Vorsitzenden noch angehörte,
nachdem er lange Jahre auch Stellvertreter des Kreisbrandmeisters war.
Zeitsprung
Am 15. August 1955 erhielt die Wehr eine neue Tragkraftspritze TS 8 des Fabrikats ZIEGLER mit VW-Motor, die von Kreisbrandmeister Rudolf Hahlbohm und Kreisschiermeister Bruno Marach abgenommen wurde und hierbei eine Leistung von 1.037 1/Min. erbrachte. Die TS 6 aus dem Jahre 1934 kaufte am 12. 5. 1955 die Gemeinde Krummasel.
In verstärktem Maße nahmen in
den letzten 25 Jahren Kameraden an Ausbildungs- und Führungslehrgängen an der
Niedersächsischen Landesfeuerwehrschule
in Celle teil. Auch in der Wehr wurde eine intensive Ausbildung betrieben,
wodurch die Wehr auf einen sehr guten Leistungsstand gebracht werden konnte.
Neubau eines Feuerwehrhauses
Seit der Beschaffung des neuen Löschfahrzeuges
im Kriegsjahr 1942 war das alte Feuerwehrhaus nicht mehr ausreichend. Im Kriege
fehlte es an Baumaterial und nach der Währungsreform an Geld. Der Bau mußte
immer wieder zurückgestellt werden. Dank der großen Unterstützung durch die
bis zum 30. 6. 1972 selbständigen Gemeinden Breese im Bruche, Jameln,
Langenhorst und Platenlaase, des Landkreises Lüchow-Dannenberg und der
Landschaftlichen Brandkasse konnte am 7. 11. 1957 durch den Feuerlöschverband
Jameln mit dem Neubau des Feuerwehrhaus mit zwei Fahrzeugstell- flächen und
einem Schlauchturm mit zwei Aufzügen begonnen werden. Die Maurerarbeiten führte
Maurermeister Willi Schrader, Groß Heide und die Zimmererarbeiten Zimmermeister
Paul John, Jameln aus. Bei heftigem Schneetreiben wurde das Dach am 13. Dez.
1957 gerichtet und im Herbst 1958 der Bau vollendet. Die Baukosten betrugen ohne
Grundstück 22.000,- DM. Das alte Gerätehaus (Eichenfachwerk) wurde für 300 DM
auf Abbruch an Frau Ilma Fillies geb. Maatsch verkauft, die es auf ihrem Grundstück
in Jameln Haus Nr. 39 als Stallgebäude wieder aufstellte.
Es war für Oberbrandmeister
Franz Soetbeer sen. eine große Freude, als er nach 25-jähriger Führung der
Wehr am 1. Mai 1959 in Anwesenheit zahlreicher Gäste das neue Bauwerk einweihen
konnte, das von Hauptbrandmeister Alfred Braband entworfen wurde, den die Wehr
an diesem Tage zu ihrem Ehrenmitglied ernannte.
Eine Chance für die Jugend
Am 1. Februar 1963 wurde die Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr
Jameln aus der Taufe gehoben. Kurt Schmischke übernahm als erstes ehrenamtlich
die Betreuung der Jugendgruppe, kurz darauf wurde ein
Jugendwart erstmals richtig gewählt. Die Entscheidung fiel auf Dieter
Meyer der mit seiner Gruppe schon ein Jahr nach seiner Wahl, am 9. August 1964,
den ersten Platz beim einem Kreisfeuerwehrtag erzielte. Der erste Geburtstag und
schon Kreismeister, eine tolle Leistung. 1965 fand das allererste Kreiszeltlager
statt, in Grabow am Heidberg und auch hier nahm unsere Jugendgruppe mit Erfolg
teil. Mit den Jahren wurde die Arbeit mit und um die Jugend immer aufwendiger so
das Dieter Meyer sie alleine nicht bewältigen hätte können. Es wurde, 1968,
also ein Stellvertreter gewählt und der hieß nach der Wahl Gero Wichert. Beide
zusammen führten die Geschicke der Jugend bis zum Jahr 1972. Neuer Jugendwart
wurde im selben Jahr Dieter Menzel. Heinz Bullack und Karl Funke seine
Stellvertreter. Funke allerdings übte sein Stellvertreteramt nur bis 1975 aus,
für ihn kam Hans-Jürgen Schmischke. Schmischke war dann auch derjenige der im
Jahr ´82 Jugendwart wurde mit Eberhard Hinze als Stellvertreter und
Franz-Heinrich Soetbeer als 2. Stellvertreter. Hans-Jürgen Schmischke war immer
sehr bemüht um Erfolge und Aktivitäten, nicht nur in Feuerwehrsachen sondern
auch im Umweltschutz. 1985 nahm die Jugendabteilung unter seiner Leitung am
ersten Umweltschutztag in Niedersachsen teil und befreite Jameln und Umgebung
von achtlos weggeworfenen Müll. In den darauf folgenden Jahren gab es noch
einige weitere nennenswerte Aktionen so unter anderem die Pflanzung von 50
Eichen, 22 Weiden und Weißdorn an der Badekuhle in Breese im Bruche, die
Errichtung von Nistplätzen für Kraniche und das Basteln von Vogelkästen und
zwischendurch wurde immer wieder Müll gesammelt.
Wie der Vater so der Sohn
Am 16. Februar 1963 trat Franz
Soetbeer sen., der seit dem 23. Februar 1934 die Wehr und seit 1942 den
Feuerwehr Unterkreis Jameln führte, aus Altersgründen von seinen Ehrenämtern
zurück. Der neue Unterkreisbrandmeister Ernst-August Kablitz dankte Franz
Soetbeer sen. im Namen der Wehr für seine vorbildliche Arbeit innerhalb der
Wehr, der er bereits über 40 Jahre angehörte und deren Führer er seit 29
Jahren war und stellte ihn der Jugend als Beispiel ohne Tadel hin. Franz
Soetbeer dankte und richtete an die Jugend die eindringliche Mahnung, zur Ehre
der Wehr und in seinem Sinne weiterzuarbeiten.
Einstimmig wählte die Wehr Franz Soetbeer sen. zum Ehren-Gemeindebrandmeister und Franz Soetbeer jun. zum neuen Gemeindebrandmeister, der dieses Amt mit der neuen Bezeichnung "Ortsbrandmeister" von da an trug. Es dürfte sehr selten sein, daß in 75 Jahren nur zwei Mal die Führung einer Wehr wechselte. Zur Freude von Franz Soetbeer sen. und jun, ist auch in der 3. Generation wieder ein Franz Soetbeer zum Wehrmitglied herangewachsen.
Neue Technik hält einzug
Ein
weiter
Bogen spannt sich von der Geräteausstattung der Wehr seit ihrer
Gründung bis
heute. Fünf Jahre nach Einweihung des Feuerwehrhauses war es möglich,
das 22
Jahre alte Löschfahrzeug des Baujahres 1942 durch ein neues
Löschfahrzeug LF 8
in moderner Bauweise Fabrikat OPEL mit Vorbaupumpe zum Preise von
28.000,- DM zu ersetzen dem ein Jahr später ein UKW-Funksprechgerät ("Florian Lüchow 62") folgte.
Der Feuerlöschverband Jameln übergab
seiner Wehr am 11. 8. 1972 eine neue Tragkraftspritze TS 8 MAGIRUS mit VW-Motor
mit 34 PS zum Preise von 6.200 DM. Im Jahre 1969 baute die Gemeinde Jameln eine
zentrale Wasserversorgungsanlage mit Unterflurhydranten zur Löschwasserversorgung.
Das Rohrnetz wurde 1975 an die Gruppenwasserversorgung des
Wasserbeschaffungsverbandes Dannenberg/Hitzacker mit starkem ruhenden Druck
angeschlossen.
Der Wechsel
Lange war der Name Soetbeer das
Erkennungsmerkmal der Wehr Jameln. Angefangen von Friedrich Soetbeer, dem
Initiator der Gründung, über Franz Soetbeer sen., Ortsbrandmeister, sowie sein
gleichnamiger Sohn Franz jun. in der selben Funktion. Bis zum Jahr 1986.
Die Versammlung wählt hierfür
in offener Abstimmung Karl Holthoff als Wahlleiter, sowie Udo Sperling und
Reinhard Schulz als Stimmzähler. Dann schreitet man zur eigentlichen Wahl des
Ortsbrandmeisters. Es wurden geheime Wahlzettel beantragt. Anwesend und
Festgestellt wurden 38 stimmberechtigte Wehrmitglieder. Der Wahlleiter bat die
Versammlung um Vorschläge für die Wahl des Ortsbrandmeisters. Von den
Stimmberechtigten wurden Vorgeschlagen: 1. Franz Soetbeer und 2.
Gero Wichert.
Die beiden vorgeschlagenen
stellten sich zur Wahl. Abgegeben wurden 38 Stimmzettel. Es waren alle gültig.
Er nahm die Wahl an und bedankte
sich bei der Versammlung für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Da aber der
neue, per 01.05.1986, gewählte Ortsbrandmeister zur Zeit die Position des
stellvertretenden Ortsbrandmeisters inne hatte, mußte auch diese Position zum
01.05.1986 neu besetzt werden. Nach dem Wahlprozess entfielen 30 der 38 möglichen
Stimmen auf Franz-Heinrich Soetbeer.
Grenzenlos
Das Jahr 1989, ein Jahr das Geschichte schrieb. Der 9. November, der Tag
an dem sich Deutschland-Deutschland öffnete. Die ganze Republik war in Aufruhr;
Gerührt und Euphorisch zugleich. Und als am 3. Oktober 1990, dem Tag der Wiedervereinigung, unser Altbundeskanzler Willi
Brand sagte "Hier wächst zusammen was zusammen gehört.", war ihm die
Wehr Jameln schon einen Schritt voraus.
So kam es, daß am 16. Februar 1990 erstmalig eine Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr Riebau, unter der Führung ihres Ortsbrandmeisters Karl-Heinz Bresch und der Bürgermeisterin Ingetraud Hagemann, aus dem Landkreis Salzwedel, als Gäste, an einer Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Jameln, teilnahm. Es entwickelte sich über die Jahre hinweg ein herzliches und auch sehr freundschaftliches Verhältnis zu unseren neuen Kameraden. Man lädt sich gegenseitig ein und nimmt auch regelmäßig an Veranstaltungen der Partnerwehr teil. Über dies hinaus kam die menschliche Seite nie zu kurz, man hilft sich, steht mit Rat und Tat zur Seite und man klopft sich gegenseitig auf die Schulter. Und wir hoffen das dies in Zukunft auch so bleibt.
Eine schwierige Geburt
Anfang der 90´ger gab es Gerüchte
über eine Auflösung der Wehren Breselenz und Volkfien, doch letztere besteht
ja bekanntlich bis heute. Aber die Breselenzer hat es erwischt, bei ihnen wurde
aus dem Gerücht eine Tatsache. Die Auflösung stand unmittelbar bevor, aus
Kosten- gründen wie es hieß. Jedoch wurde den Breselenzern eine Angliederung,
an die Wehr Jameln, angeboten. Gespräche, diesbezüglich, sollten in absehbarer
Zeit, zwischen den betroffenen Wehren, der Gemeinde und Samtgemeinde,
stattfinden. Anfänglich sperrte sich das Kommando, aus Breselenz, einer
Zusammenführung zu, zu Stimmen. Eine Sitzung beider Führungsebenen, am 26.11.´92,
kam letztlich gar nicht erst zustande. Inzwischen war das Breselenzer TSF
abgemeldet worden.
Lange bewegte sich nichts, doch
das Bemühen und Drängen einzelner Kameraden, aus beiden Orten, führte dann
doch, scheinbar, zu einem Ergebnis. So verkündete Ortsbrandmeister, Gero
Wichert, auf der Jahreshauptversammlung ´94 das, das Ergebnis, mehrerer
gemeinsamer Kommandositzungen, die geplante Zusammenschließung, beider Wehren,
zum Frühjahr 1995 veranschlagt hat.
Doch nur ein Jahr später,
schien alles wieder hinfällig. Unser Ortsbrandmeister hielt, auf der
Jahreshauptversammlung ´95, einen Rückblick auf die Treffen beider Kommandos
und er erläuterte, den anwesenden Kameraden, den Verlauf und Fortgang der
geplanten Zusammenschließung und zeigte sich sehr enttäuscht darüber, daß
von Seiten der Breselenzer Kameraden eine Ablehnung der Fusion überbracht
wurde. Seiner Meinung nach seien auf den Sitzungen hoffnungsvolle Ansätze und
Kompromisse erzielt worden. Eine Zusammenarbeit und Fusion war so gut wie unter
Dach und Fach. In einer anschließenden Abstimmung mußte sogar über eine
Weiterführung der Gespräche verhandelt werden. Dieses wurde aber mit großer
Mehrheit befürwortet. Wieder wurde geredet und verhandelt. Und so kam es das am
1. Mai des Jahres 1995, die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren Breselenz
und Jameln, auf dem Dorfplatz in Jameln, zu einer feierlichen Unterzeichnung der
Vereinbarung über den Zusammenschluß der Ortswehren Jameln und Beselenz
beiwohnten.
Vor den angetretenen Kameraden,
beider Wehren, wird die Fusion mit Unterschriften der amtierenden
Ortsbrandmeister besiegelt. Für die Freiwillige Feuerwehr Jameln unterzeichnete
Gero Wichert, für die Breselenzer Kameraden, Werner Hinze. Beglaubigt wird die
Urkunde von Gemeindebrandmeister Erhardt Burmester.
Neue Heimat
Fast parallel laufend zu den
Fusionsgesprächen, zwischen Jameln und Breselenz, durfte in Jameln schon laut
über den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses gesprochen werden, denn das
alte Gebäude war zu klein. 1991 wurde zwar über eine Erweiterung nachgedacht,
doch der Eigentümer des Grundstückes neben dem Gerätehaus wollte keine Flächen
abgeben. Einzige Lösung: ein Neubau. Den Anstoß hierfür gab die
Feuerwehrunfallkasse. Die Sachverständigen monierten viel zu enge Räumlichkeiten
für die Löschkräfte samt ihren Einsatzfahrzeugen. Für den Bau kaufte die
Samtgemeinde Dannenberg ´92 das knapp 3000 Quadratmeter große Grundstück an
der Straße zwischen Jameln und Breselenz. Im Herbst 1994 bewilligte die
Bezirksregierung Lüneburg für das Projekt 850000 DM, der Landkreis gab 30000
DM hinzu. Für diese Summe war ein Haus mit zwei Fahrzeugboxen bezahlbar, doch
die Jamelner wünschten sich drei Stellplätze, was aber mit einem finanziellen
Mehraufwand von annähernd 100000 DM bedingt gewesen wäre.
So wurde ein Finanzierungsplan
erarbeitet: 10000 DM wollten die Wehrmitglieder in bar aufbringen, durch
Umlagen, Spenden und Eigenmittel; 60000 DM durch Eigenleistung und von der
Gemeinde Jameln erhoffte man sich 30000 DM. Doch im März 1995 kam der Bescheid
der Bezirksregierung: Der Antrag auf Bau einer dritten Box wird abgelehnt.
Obwohl das Jamelner Wehrkommando diese Planungsmöglichkeit gern verwirklicht hätte
zeigte man letztlich doch Verständnis für den kostensparenden Effekt.
Vom ersten Spatenstich, am 10.
Juli 1995 bis zur Einweihung des Gebäudes am 17. Mai 1996 verging nicht einmal
ein Jahr. 14 Firmen arbeiteten ordentlich und zügig an dem 880000 DM teuren
neuen Domizil der Wehr, unter der Leitung von Dip. Ing. Alfred Fabel aus
Dannenberg, dem auch, gemeinschaftlich mit Karl Holthoff, Gero Wichert und
Franz-Heinrich Soetbeer, die Planung und Realisierung des Gebäudes unterlag.
Bürgermeister Reinhard Schulz
bezeichnete, im Rahmen der Einweihung und Schlüsselübergabe an die Wehr
Jameln, den Bau als Meilenstein für den Brandschutz und fügte zum Abschluß
seiner Rede hinzu: "... damit die Bevölkerung ruhig schlafen kann".
Das Jahr 2000
Am 1. Mai 2000 wird die Freiwillige Feuerwehr Jameln 100 Jahre alt. An diesem und dem darauf folgendem Tag wird das Jubiläum, in der Gaststätte Soetbeer, gefeiert.
Auch der Samtgemeinde Feuerwehrtag findet, zum Jubiläum, dieses Jahr in Jameln statt.
Feuerwehr Jameln geht Online
Mit fast einem Jahr Verspätung geht die Freiwillige Feuerwehr Jameln am 15. März 2001 offiziell, mit einer eigenen Homepage, ins Internet.